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Florentine / pixelio.de

Agrotreibstoffe und Landraub


Die Belange der ländlichen Bevölkerung müssen miteinbezogen werden, um die Folgen der Spekulationen um Bodenpreise einzudämmen. (Mariann Bassey, Friends of the Earth Nigeria, Bild: bund.net)

 

Mariann Bassey ist Anwältin, Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin und arbeitet bei Environmental Rights Action Friends of the Earth Nigeria. Sie ist Koordinatorin der Kampagne zu Ernährungssouveränität und Agrartreibstoffen von Friends of the Earth Afrika. Mariann Bassey unterstützt Gemeinden in ihrem Widerstand gegen die industrielle von Großkonzernen dominierte Landwirtschaft.

Hintergrundinfo zu Agrotreibstoffen und Landraub

Zugang zu landwirtschaftlicher Nutzfläche versorgt Milliarden von Menschen weltweit mit Nahrung und Unterkunft. Klimawandel, Misswirtschaft und Verbrauchsstrukturen bedrohen die Verfügbarkeit von fruchtbarem Land und sauberem Wasser. Deshalb steigt die Nachfrage nach bewirtschaftbaren Nutzflächen weltweit. Eine aktuelle Studie von Friends of the Earth Europe (FOEE) belegt die schädlichen Auswirkungen des Anbaus von Agrotreibstoffen. FOEE ist die Partnerorganisation des Bund Naturschutz auf europäischer und internationaler Ebene.

 

Foto: Frank Krönke

Die Praxis der “Landnahmen” wird langsam in ganz Afrika allgemein üblich. Dabei wird Land, das traditionell von örtlichen Gemeinden  bewirtschaftet wurde, an externe Investoren verpachtet oder verkauft. Als Investoren können sowohl weltweit agierende Unternehmen als auch Regierungen auftreten. Um den wachsenden Markt an Agrotreibstoffen besonders auch in der EU zu bedienen, macht der Anbau von Pflanzen für Agrotreibstoffe zunehmend dem Anbau von Nahrungsmitteln die lanwirtschaftlichen Flächen streitig. Schon heute führen steigende Nahrungsmittelpreise, die u.a. zur Nahrungsmittelkrise von 2008 geführt haben, zu sozialen Unruhen. Die Landnahmen verstärken dieses Problem. Da so viel Anbaufläche zur Produktion von Biokraftstoffen genutzt wird, verschärfen sie die Preisentwicklung. In einigen Entwicklungsländern kam es in der Vergangenheit bereits zu Aufständen, in Haiti und Madagaskar wurden im Zuge der Krise die Regierungen gestürzt.

 

Der Bericht von FOEE untersucht das Ausmaß der Geschäfte mit Agrotreibstoff und hinterfragt die Auswirkungen auf lokale Gemeinden und die Umwelt. Auch wenn noch vieles unklar ist, gibt es immer mehr Belege dafür, dass erhebliche Mengen Ackerland zum Anbau von Energiepflanzen angekauft werden – in manchen Fällen ohne die Zustimmung der Ortsansässigen. Auch die Auswirkungen auf die Umwelt werden vorher oft nicht vollständig oder zutreffend abgeschätzt.

 

Auch Firmen aus dem Raum München mischen bei diesem Geschäft mit. Beispielsweise hat die in Ebersberg ansässige Münchner Firma Elaion AG in Mosambik 1.000 Hektar Land langfristig gepachtet. Zusammen mit einer weiteren bayerischen Firma, der Acazis AG, umfasst das allein von diesen Firmen gepachtete Land in Afrika eine Fläche von der Größe des Saarlandes. (Quelle: taz.de, 30.08.2010)

 

Download: undefinedHintergrundbericht FOEE (1,36 Mb)

 

Download: undefinedBioFuel_Report (deutsch)

 

Download: undefinedBUND Hintergrundpapier zu E 10 (deutsch)



Eine aktuelle Studie der OECD (zitiert von FIAN: undefinedStudie) beziffert das Gesamtvolumen der Investitionen in Ackerland und landwirtschaftliche Infrastruktur auf 10 bis 25 Milliarden US-Dollar. Der Studie zufolge soll sich dieses Volumen in den nächsten Jahren verdoppeln bis verdreifachen. 44 Prozent aller Fonds in diesem Bereich stammten aus Europa.

(Bild: w.r.wagner  / pixelio.de)



Eine weitere Studie des BUND zu E10 sowie den Boykottaufruf  des Umweltinstituts finden Sie hier.

 

Bild: Christian Bachmann  / pixelio.de

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